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LiteraturFindetStadt

Keiner konnte sich der Tränen enthalten“ – zwei Briefromane aus dem 18. Jahrhundert

Ein Projekt der landsberger bühne e.V. in Zusammenarbeit mit Sigrid Knollmüller

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machten zwei Liebesromane beim lesefreudigen Publikum Furore: „Das Fräulein von Sternheim“ von Sophie von LaRoche und „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832). Beide Male waren die Leser ergriffen und tief erschüttert ob derunterschiedlichen Schicksale der Protagonisten. Sophie von La Roche (1731 – 1807) war Deutschlands erste Erfolgsautorin, deren empfindsames und dramatisches „Fräulein von Sternheim” die Menschen bewegte. Es war aber nicht nur die Geschichte selbst, die vor allem die Leserinnen berührte, sondern in „Fräulein von Sternheim” erkannten sie ihr eigenes Frauenideal: nicht nur Opfer sein, sondern sich aus eigener Kraft erheben und frei und tugendhaft zu leben.
Auch „Die Leiden des jungen Werther“ handeln von einer allerdings unglücklichen Liebesbeziehung, die mit dem Tod der Hauptfigur endet. Das Grundproblem in diesem Roman ist ein zeitloses: die Kluft zwischen dem Innen und Außen. Die innere Sehnsucht steht im Gegensatz zu äußeren gesellschaftlichen Zwängen. Für den heftig Verliebten ist die Kluft zwischen dem Innen und Außen nicht zu überbrücken und er sieht seinen einzigen Ausweg im Suizid.

Diese beiden spannenden Briefromane werden im Juli 2016 fast täglich um 18.30 Uhr abwechselnd in Fortsetzungen von Mitgliedern der landsberger bühne e.V. und Persönlichkeiten aus der Stadt gelesen. Der Leseort ist eine rote Chaiselongue mitten auf dem Hauptplatz. Es ist jeder herzlich eingeladen, stehen zu bleiben, Platz zu nehmen, zuzuhören und mitzufühlen.

Termine und Lesende:

13. Juli 2016      18:30 Uhr          Sabine Kittel – Thomas Eichinger
14. Juli 2016      18:30 Uhr          Sigrid Knollmüller – Thomas Bauer
16. Juli 2016      11:00 Uhr          Claudia Flörke – Edmund Epple
16. Juli 2016      18:30 Uhr          Maren Olbrich – Matthias Bartels
17. Juli 2016      11:00 Uhr          Patricia Eckstein – Kurt Tykwer
17. Juli 2016      18:30 Uhr          Constanze Günther – Christian Karlstetter
20. Juli 2016      18:30 Uhr          Edith Fuchs – Albert Ostermaier
21. Juli 2016      18:30 Uhr          Doris Baumgartl – Harald Dollinger
22. Juli 2016      18:30 Uhr          Sabine März-Lerch – Alex Dorow
28. Juli 2016      18:30 Uhr          Ingrid Asam – Florian Werner
29. Juli 2016      18:30 Uhr          Angela Jacobsen – Franz Krauß
30. Juli 2016      11:00 Uhr          Maren Olbrich – Sepp Wörsching
30. Juli 2016      18:30 Uhr          Sabine Kittel – Mike Bischof

Wir freuen uns auf Sie !

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24.07.2016  von Silke Feltes

Literatur auf dem Sofa
Lesungen mit der „landsberger bühne“ als Kunstprojekt

Das rote Sofa ist gewandert. Vom Brunnen ein Stückchen hinunter vor die Touristeninformation im alten Rathaus. Dort steht die überdimensionierte Chaiselonge jetzt und bietet müden Touristen, einkaufenden Hausfrauen und herumtollen Kindern eine gute Gelegenheit zum Innehalten. Das rote Sofa ist zudem ein Ort, an dem zur Zeit ein bemerkenswertes öffentliches Literaturprojekt unter dem Wortspiel „Literatur Findet Stadt“ stattfindet. Über einen Zeitraum von zwei Wochen werden fast täglich zwei Briefromane aus dem 18. Jahrhundert – aus der Zeit des vor 250 Jahren verstorbenen Dominikus Zimmermann – vorgelesen: Der Roman „Die Geschichte des Fräulein von Sternheim“ von Sophie von La Roche sowie „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe. Initiiert und organisiert hat das Projekt die „landsberger bühne“ in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Kulturreferentin Sigrid Knollmüller.
Eine öffentliche Lesung auf dem Hauptplatz, keine einfache Sache in diesem wankelmütigen Sommer. Entweder regnete es in Strömen und die Lesung fiel aus, oder die Sonne knallte brutal und Sabine Kittel, die Vorsitzende der „landsberger bühne“ suchte nach einem Schirm, um den Lesenden ein wenig Schatten zu spenden. Jeden Tag las – jeweils eine halbe Stunde – eine Frau den Frauenroman und ein Mann das Goethe’sche Werk. Keine einfache Kost für die Zuhörer: Die altertümliche Sprache und Satzmelodie, das streckenweise höfische „Geplänkel“ und die für heutige Verhältnisse träge Dramatik erforderten Konzentration von dem kleinen, festen Kern an Zuhörern, die sich kurzerhand die metallenen Hauptplatzbänke zusammenschob und der sehnsuchtsvollen beziehungsweise unglücklichen, jungen Liebe lauschte. Kunst im öffentlichen Raum ist immer ein spannendes Wagnis. Werden die Menschen reagieren, wird es zu Interaktionen kommen? Es gab, außerhalb der Zeitungen, keine große Ankündigung, lediglich ein kleines Plakat neben dem Sofa verkündet die nächsten Termine. „Wie lesen einfach und schauen mal was passiert,“ sagt Sabine Kittel, die das Ganze die letzten zwei Monate vorbereitet hat, „mal fünf Minuten stehenbleiben, sich einlassen, das wäre doch schon toll in unserer schnelllebigen Zeit.“
Und so haben sie bei Wind und Wetter gelesen und lesen noch bis zum 30. Juli, die 25 Schauspieler und „Persönlichkeiten der Stadt“, sei es am wuseligen, lauten Marktsamstag oder bei bleierner Hitze kurz vor Ladenschluss.
Nur bei Regen fällt die Lesung aus, das könne man niemanden zumuten, weder den Zuhörern noch den Lesenden. Aber am nächsten Tag gibt es dann eine kurze Zusammenfassung des jeweiligen Buches und so können auch Neulinge schnell einsteigen.
Das Spannende ist aber nicht der Text, sondern – wie bei Kunst im öffentlichen Raum üblich – das, was so drum herum passiert oder eben nicht passiert. Da gab es die ältere Dame mit ihrem Wägelchen, die vorbei spazierte und sich direkt vor dem Sofa platzierte und fragte, wie lange es denn noch dauern würde, sie hätte einen Termin. Da gab es Radler, die ihr Rad während der Lesung an das Sofa lehnten und telefonierten. Oder einen knatternden Vespacorso. Eisschleckende Kinder mit offenen Mündern, die wohl überlegten, ob sie mit aufs Sofa klettern sollten. Vorbei flanierende Spassvögel, die den Schlussapplaus auf sich bezogen und sich verbeugten. Aber die große Masse der Menschen blieb eigenartig unbeteiligt, schien das Geschehen auf dem Sofa nicht wahrzunehmen oder verhielt sich seltsam ignorant. Aus Sicht der kleinen Gruppe sitzender Zuhörer ein allemal lohnendes Projekt, man kann ganz wunderbare und spannende soziologische Studien betreiben. Nach dem Motto: Hinsetzen, zuhören, Leute schauen, Faden verlieren, Gedanken spinnen, Faden wieder aufnehmen. Toll !

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Foto zur Pressemitteilung vom 17.02.2016

v.l.n.r. Dr. Gatz und Frau Kindermann als Vertreter des Vereins Humanitäre Hilfe e.V. sowie Frau Flörke vom Kulturbüro Landsberg mit Sabine Kittel (mitte) und Franz Krauß von der landsberger bühne e.V.

Die Januar-Inszenierung der landsberger bühne e.V. “BENEFIZ – Jeder rettet einen Afrikaner” stand inhaltlich ganz unter dem Motto “Geld sammeln für eine gute Sache”.
Die von den Zuschauern erbetenen Spenden fließen dabei vertragsgemäß in das Schulprojekt in Guinea-Bissau, um das sich auch im Stück alles dreht.
Der Verein landsberger bühne e.V. und das BENEFIZ-Ensemble um die 1. Vorsitzende und Regisseurin Sabine Kittel wollten aber ganz bewusst in der aktuellen Situation auch selbst ein Zeichen setzen. Wie Leo alias Matthias Bartels am Ende des Stücks ankündigte, wurde die Zuschauerspende verdoppelt und kommt zwei Landsberger Initiativen zugute.
Die landsberger bühne e.V. konnte nach der letzten Vorstellung trotz überschaubarer Zuschauerzahlen hocherfreut die Summe von 4.668,18 € für die Schule in Guinea-Bissau konstatieren und so überreichten Sabine Kittel und Franz Krauß im Rathaus den Vertretern der hiesigen Spendenprojekte jeweils 2.334,09 €. Dabei drückten sie ihre große Freude und Dankbarkeit für die zahlreichen Zuschauerspenden aus. Ohne Publikum ist nicht nur beim Theater alles nichts.
Claudia Flörke nahm die Spende in Vertretung für ein gerade in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro entstehendes Projekt entgegen, das sich für die Integration der Flüchtlinge durch kulturelle Arbeit in Landsberg einsetzt. Renate Kindermann und Dr. Soeren Gatz nahmen im Namen des Vereins Humanitäre Hilfe e.V. die Spende entgegen, wenige Tage bevor Dr. Gatz demnächst zum wiederholten Male nach Kamerun fliegen wird, wo er als Projektleiter im Hôpital Protestant de Ndoungue tätig ist.

Wir bedanken uns bei allen Zuschauern, die unsere Inszenierung besucht haben.

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Foto: Thorsten Jordan

benefiz flyer

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Der Stammtisch ist wieder da !!
Ab sofort trifft man sich in lockerer Runde jeden ersten Mittwoch im Monat – der nächste am 02.03.2016 im Gasthof SÜßBRÄU …. am Ende der Alten Bergstrasse – unterhalb des Bayertors. Ab 19.00 freuen wir uns auf Vereinsmitglieder aber auch auf diejenigen die den Verein (einen Teil davon) in geselliger Runde kennenlernen wollen.images

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