Landsberger-BuehneLandsberger-Buehne 
 

Sonntag, 20.05.2012


startseite landsberger bühne e.V.
premieremail
aktuelle informationen
karten
literatur 850
drei mal leben ..... januar 2012
 presse
bilder
unser jahr 2011
 cash januar 2011
fischer zum ruethenfest
unser jahr 2010
 harold&maude
pygmalion
verein
 die historie
Mitglied werden
der vorstand
bildergalerie
kontakt
interner bereich
impressum
Login / Out


 Angemeldet als:
 Gast

     

pygmalion

 

 


http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Bilder/Bildergalerie/Bilder,-landsberger-buehne-zeigt-Pygmalion-_gal,142210_regid,10_puid,2_pageid,14414.html
 

die personen

 

Professor Higgins:                                               Gabriel Raum

 

Mrs Higgins, seine Mutter:                                 Franziska Dietrich

 

Alfred Doolittle:                                                    Götz Hofmann

 

Eliza, seine Tochter:                                            Jarah Maria Schmid

 

Mrs Eynsford Hill:                                                 Sabine Kittel

 

Clara, ihre Tochter:                                              Agnes Ostermaier

 

Freddy, ihr Sohn:                                                   Benjamin Hellmann 

 

Oberst Pickering:                                                  Matthias Spandl 

 

Miss Pearce:                                                           Daniela Echterbruch 

 

Passantin:                                                               Beatrice Ball

Passant:                                                     Jonny Werner

Passant/Techniker:                                     Juri Olbrich

Bedienstete:                                                       

 

REGIE

Florian Martin Werner

 

REGIEASSISTENZ

Claudia Dlugosch

 

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

aktuelle presse

Premierenrezession vom 12.01.2010
KREISBOTE

Experiment oder Mensch?– »landsberger bühne« inszeniert «Pygmalion«


Erster Auftritt Elizas (Jarah Maria Schmid) nach der Umerziehung. Oberst Pickering (Matthias Spandl), Professor Higgins (Gabriel Raum), Mrs. Higgins (Franziska Dietrich) und Freddy Hill (Benjamin Hellmann) sind gespannt (von links nach rechts). Foto: Eckstein

Von PATRICIA ECKSTEIN,
Landsberg – Zwei Jungen haben ein Lieblingsspielzeug, sie sind stolz darauf, geben damit an, schleppen es mit sich herum und werfen es weg, wenn es langweilig geworden ist. Das Problem: das Lieblingsspielzeug von Henry Higgins und Oberst Pickering ist ein Mensch.
Der Phonetikprofessor Higgins (Gabriel Raum) und der Oberst (Matthias Spandl) wetten, ob es gelingt, das Blumenmädchen Eliza (Jarah
Maria Schmid) mittels Sprach- und Benimmunterricht gesellschaftsfähig zu machen. Doch dabei ignorieren sie die Gefühle Elizas und deren Sorge vor der ungewissen Zukunft.
Die Geschichte von George Bernard Shaws „Pygmalion“ ist spätestens seit seiner Musical-Adaption „My fair Lady“ nahezu jedem bekannt. Doch das Original, ohne zuckrige Mitsing-Melodien und vor allem ohne Happy End, ist bitterer, zynischer und muss doch immer mit dem bekannteren Vergleich kämpfen.
Bedingt gelungen
Wie also kommt man gegen die Champagnerseligkeit von Loewe & Lerners Musical an? Indem man das Stück knapp hundert Jahre in die Gegenwart
katapultiert und den regionalen und sozialen phonetischen Besonderheiten Englands deutsche Dialekte und den Kontrast Jugendsprache – Hochdeutsch entgegensetzt.
Doch diese Umsetzung gelingt nur bedingt und lässt Konsequenz vermissen. Zwar sind Bühnenbild und Ausstattung die der Gegenwart, aber die Sprache
verweist an manchen Stellen direkt auf den Anfang des 20. Jahrhunderts, erwähnt „Kammermädchen“ und „Gram­mophone“. Auch die „Jugendsprache“ Elizas ist ein wenig undifferenziert, erschöpft sich in Fäkalausdrücken und einem gelegentlichen „Boah ey“.
Brillant bis gut
Doch insgesamt hat die „landsberger bühne“ unter Regie von Florian Werner eine solide Leistung mit vielen guten Momenten gezeigt. Gewohnt brillant Matthias Spandl
als Oberst Pickering und Franziska Dietrich als Mrs. Higgins, neben denen es Gabriel Raum als Higgins ein wenig schwer hatte. Sein Higgins ist ein kalter, unnahbarer Mensch ohne den Hauch von Sensiblität, dem es Spaß macht, gelegentlich aus der Rolle zu fallen. Raum spielt gut, doch ohne Entwicklung, ist von Anfang bis Ende gleich, die wechselnde Beziehung zu Eliza findet kaum Beachtung.
Jarah Maria Schmid überzeugt als „Experiment“ mehr als als Straßengöre, die Anfangsszenen wirken aufgesetzt, die Entwicklung hin zur großen Aussprache um so interessanter. Beiden Hauptdarstellern wünscht man noch ein wenig mehr Zeit, um in ihre Rollen hineinzuwachsen und mehr „miteinander“ zu spielen, obwohl manche kleinen Unkonzentriertheiten wohl
auf das Premierenfieber zurückzuführen waren. Beeindruckend agiert Götz Hoffmann als Elizas Vater mit einer Mischung aus Skrupellosigkeit, Schlitzohrigkeit und Verzweiflung.
Was kommt dann?
Eine interessante Inszenierung, die nachdenklich macht über die Bedeutung der Sprache in der heutigen Zeit, des wieder wachsenden Wunsches nach allgemeinem Benehmen und Anstand. Doch es bleibt, wie bei Eliza, immer Frage nach dem Nutzen der „Umerziehung“, nach dem „Was kommt dann?“ 

Premierenrezession vom 09.01.2010
Landsberger Tagblatt

Experiment am lebenden Objekt

Von Andreas Oswald

Landsberg 1913 sorgte der irische Dramatiker und Literaturpreisträger George Bernard Shaw mit „Pygmalion“ für Skandale und Empörung. Nun schickt sich die „landsberger bühne“ unter der Regie von Theaterleiter Florian Werner an, den Klassiker neu zu beleben: Er transportiert den Stoff ins Heute, transformiert durch Handys, Computer und einem derben Vulgärvokabular, das dem Sprachgebrauch aktueller Jugendkultur entlehnt ist.

Shaw adaptierte sein Schauspiel aus der griechischen Mythologie, lose nach Ovids „Metamorphosen“, formulierte eine pointierte Gesellschaftssatire auf den schönen Schein und das Sein der oberen Zehntausend. So wettet im Stück der egozentrische Sprachwissenschaftler Higgins (Gabriel Raum) mit Oberst Pickering (Matthias Spandl), er könne das arme Blumenmädchen Eliza (Jarah Maria Schmid) durch Erziehung, Polierung von Benehmen und sprachlichem Ausdruck gesellschaftsfähig formen, und so bei Gesellschaft über ihre niedere Herkunft hinwegtäuschen.

Kaltschnäuzigkeit und keinerlei Herzenswärme

Das Experiment am lebenden Versuchsobjekt gelingt, jedoch leidet Eliza unter der Kaltherzigkeit und Kaltschnäuzigkeit Higgins’, der ihren Gefühlen und Bedürfnissen mit elitärer Menschenverachtung begegnet. Er liebt sein geschaffenes Kunstobjekt, nicht den Menschen.

Das Stück impliziert, allein der äußere Schein, Auftreten und Sprache diktiere Gesellschaftsfähigkeit, stellt jedoch auch die unbeantwortete Frage nach dem Danach; was kommt nach der Umerziehung? Inwieweit die Modernisierung des Stücks Anknüpfungspunkte im Leben moderner Jugendlicher finden kann, bleibt angesichts der sehr traditionell angelegten und der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts verpflichteten Rollen jedoch fraglich. Doch es stellt auch Fragen nach der moralischen Vertretbarkeit vom Experiment am lebenden Objekt. Zumindest diese werden im Spiel von Schauspielerin Jarah Maria Schmid eindrucksvoll beantwortet. Ihre Wandlung vom karikaturhaft überzeichneten „Blumengör“ zur vornehmen Dame von Welt spiegelt die innere Zerrissenheit und Ohnmacht mit emotionaler Tiefe und Glaubwürdigkeit wider. Gabriel Raum mimt Higgins als Menschen mit viel elitärer Arroganz und Ignoranz, mit einer gewissen anfänglichen Steifheit im Spiel, die die Notwendigkeit eines noch Hineinwachsens in seine Rolle verrät. Ganz vortrefflich agierte Matthias Spandl als Oberst Pickering, der mit akzentuiertem Auftreten und vornehmer Zurückhaltung sich zwischen die Fronten platzierte.

Die gelungene Besetzung bis in die Nebenrollen verhalf dem Stück zu einer unterhaltsamen Vorstellung zwischen bösen Bissigkeiten und emotionalen Wortgefechten, gipfelnd in einem packenden, verbalen Schlagabtausch im Ringen um gesellschaftliche Werte, Liebe und Zurückweisung, um Wandlungsfähigkeit und gegenseitige Akzeptanz. Das Premieren-Publikum im ausverkauften Stadttheater zeigte sich von der ersten Inszenierung des neuen Theaterleiters begeistert und belohnte die Schauspieler mit langem Applaus.

Vorstellungen von „Pygmalion“ finden am 9., 12., 14., 15., 16., 21., 22., und 23. Januar jeweils um 20 Uhr sowie am 17. Januar um 17 Uhr im Stadttheater statt. Der Kartenvorverkauf erfolgt im Reisebüro Vivell von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr, Samstags zwischen 9 und 14 Uhr. Reservierung unter der Telefonnummer 08191 / 917412.


 

**********************************************************************

Landsberger Tagblatt vom 02.01.2010

Alles eine Frage der Sprache?

Landsberg (fles) - „Wer sich ausdrücken kann, hat es im Leben leichter“ - dies ist zumindest eine weitverbreitete Meinung. Ob man Bildung und Sprache so anerziehen kann, dass niemand mehr bemerkt, welche Herkunft man hat, das ist die Frage in George Bernard Shaws „Pygmalion“. Die „landsberger bühne“ nahm unter der Regie von Theaterleiter Florian Werner diesen Stoff auf und setzt sich mit dem Thema Jugendsprache und ihren Auswirkungen auseinander.

Henry Higgins lässt sich mit Freund Oberst Pickering auf eine Wette ein: Professor Higgins will aus dem Blumenmädchen Eliza innerhalb weniger Wochen eine Dame der feinen Gesellschaft machen, erklärt Florian Werner den Inhalt. Higgins gelingt es, aus Eliza, deren Jugendsprache untrennbar mit ihr verwachsen schien, eine feine Lady zu machen. „Dabei übersieht Professor Higgins jedoch von Anfang an, dass er am lebenden Objekt geforscht und damit das Leben eines Menschen völlig auf den Kopf gestellt hat“, so Werner. Er beschreibt Pygmalion als eine satirisch-bissige Gesellschaftskomödie.

Mit diesem Stück eröffnet die landsberger bühne die kommende Saison des Stadttheaters. Die Premiere ist am Freitag, 8. Januar. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 9. Januar, vom Dienstag, 12. bis Samstag, 16. Januar und vom Donnerstag, 21. bis Samstag, 23. Januar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr; am Sonntag, 17. Januar, wird bereits um 17 Uhr gespielt.

Reservierungen und Vorverkauf für „Pygmalion“ im Stadttheater gibt es im LT-Ticketservice im Reisebüro Vivell am Hauptplatz. Telefonische Reservierungen werden unter der Nummer 08191/917412 begin_of_the_skype_highlighting              08191/917412      end_of_the_skype_highlighting entgegengenommen.

 


 

das stück

Im Jahr 1913 wird die Komödie Pygmalion des späteren Literaturnobelpreisträgers Geroge Bernhard Shaw in Wien uraufgeführt. Es wird sein erster Welterfolg, der durch die spätere Fassung des Musicals My Fair Lady einem breiten Publikum bekannt werden sollte und ihm zum Durchbruch verhalf. Den mythologischen Stoff wandelt Shaw um. Der antike Bildhauer Pygmalion erschafft Galatea, eine Statue, in die er sich verliebt. Durch die Gunst der Götter wird ihm Galatea zum Leben erweckt. Bei Shaw ist das Kunstwerk bereits ein lebendiges Wesen: Eliza Doolittle, ein Blumenmädchen. Der Phonetikforscher Professor Henry Higgins gabelt auf der Strasse dieses Blumenmädchen auf und geht eine Wette ein, er könne sie innerhalb kurzer Zeit durch Sprechunterricht gesellschaftsfähig machen. Obwohl das Experiment gelingt, ignoriert der Menschenfeind Higgins, dass er einen beseelten Menschen vor sich hat. So stark sein Einfluß auf die Sprachfähigkeiten des Mädchens sind, so ohnmächtig ist er gegenüber den zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich durch diesen Kontakt auftun. Eliza fällt trotz ihrer neuen Fähigkeiten in eine Leere.

 

Das phonetische Phänomen Englands, dass sich die obere Klasse durch eine regulierte gepflegte Aussprache der Schriftsprache kennzeichnet, ist im deutschen Sprachraum inexistent und nicht umsetzbar. Da es jedoch Shaws Anliegen war zu zeigen, dass die Gesellschaftsfähigkeit keine Frage des Charakters, der Moral oder der Werte, sondern lediglich des Verhaltens - sei es sprachlich oder non-verbal ist, geht der Inhalt des Stückes tiefer. In einer Zeit, da etliche Jugendliche , die sich nicht ausdrücken können, kaum Bildung und Fachwissen haben und arbeits- und ausbildungslos im sogenannten Prekariat darben, hat dieser Inhalt seine Berechtigung. Ein Crashkurs im rechten Verhalten, der rechten Ausdrucksweise und dem Sich-Verkaufen würde manchen von ihnen weiterhelfen, sie aus dem Sumpf ihrer Herkunft herausheben. Aber was dann? In dieser Intension ist die Produktion der landsberger bühne e.V. in der Inszenierung von Florian Martin Werner angelegt. Eine spannende Geschichte, in der die Sprache nur der Pinsel ist, mit dem die Fassade angestrichen wird, die es einzureißen gilt.

 


(C) Redaktio.de
Content Management System
von www.D-V.de