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Am schönsten ist es hinter den Kulissen
Christina Schorer entwirft die Szenerie für „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza, das aktuelle Stück der „landsberger bühne“ Von Christian Packheiser

Nach „Cash“, das Anfang des Jahres zu sehen war, ist Christina Schorer bei „Drei Mal Leben“ nun auch zum zweiten Mal für die Kulisse bei den Vorstellungen der landsberger bühne im Stadttheater verantwortlich.
Foto: Foto: Julian Leitenstorfer
Landsberg Fahles Licht fällt von den Scheinwerfern auf die schwarzen Bühnenbretter im Landsberger Stadttheater. Nur schemenhaft sind die leeren Sitzreihen in dem dunklen Zuschauersaal zu erkennen. Beinahe verloren in dem großen Raum gruppieren sich in der Mitte des Podiums ein weißes Sofa, ein kleiner runder Holztisch mit zwei Weinflaschen darauf sowie ein Paar niedrige Drehstühle. Hinter dieser Szenerie steht Christina Schorer auf einer alten Malerleiter und schraubt konzentriert an einem großen weißen Regal, das mehrere Meter in die Höhe ragt. Die 44-jährige Künstlerin ist gelernte Dekorateurin und seit Jahren bei der „landsberger bühne“ aktiv, wo sie unter anderem für die Kostüme und die Requisiten zuständig ist und auch immer wieder selbst auftritt. Derzeit entwirft sie für den Theaterverein das Bühnenbild für dessen aktuelles Stück „Drei Mal Leben“ von Yasmin Reza (LT berichtete), das am Freitag, 13. Januar, Premiere feiert.
„Ich habe schon in der Volksschule Theater gespielt und stand mit sieben Jahren das erste Mal auf der Bühne des Stadttheaters, und die Faszination für die besondere Atmosphäre dort hat mich nie wieder losgelassen“, sagt die gebürtige Landsbergerin. „Außerdem hatte ich schon früh eine Leidenschaft für die Kunst und alles Handwerkliche.“ So hat Schorer bereits als Kind Ballettstunden erhalten, Puppenkleider genäht und Puppenköpfe gebastelt. Eine entscheidende Weichenstellung erfolgte, als sie in der zwölften Klasse das Ignaz-Kögler-Gymnasium verließ, um ihr Abitur an der Fachoberschule in Augsburg zu machen. „Mir war klar, dass ich in Richtung Theater, Kunst und Mode gehen will, und dort hatte ich Gelegenheit mich auszuprobieren, weil das praktische Gestalten im Vordergrund stand“, sagt Schorer. Anschließend wollte sie Modedesign studieren, doch weil sie keinen Platz ergattern konnte, entschied sie sich dazu, eine Lehre als Dekorateurin bei einem Münchner Kaufhaus zu machen.
Eine glückliche Chance
Später arbeitete sie für das Modeunternehmen Hallhuber, wo sie als künstlerische Leiterin Schaufenster in ganz Deutschland dekorierte. Dies sei eine „glückliche Chance“ gewesen, denn weil die Firma damals erst ihr Filialnetz aufbaute, habe sie freie Hand und großen kreativen Spielraum gehabt.
Als in den Jahren 1995 und 1998 ihre Kinder Tim und Hannah das Licht der Welt erblickten, konzentrierte sie sich auf ihr Privatleben, nahm jedoch Auftragsarbeiten an, so für einen Optiker, ein Küchengeschäft oder ein Schokoladengeschäft in Landsberg. „Ich bin auch in meiner Freizeit kreativ und bastle zum Leidwesen meiner Angehörigen in meiner persönlichen Werkstatt, dem Wohnzimmer“, sagt Schorer mit einem Lachen im Gesicht. Dieses Engagement habe dazu geführt, dass sie bereits zweimal, unter anderem mit ihren Engelsfiguren, bei der Landsberger Kunstnacht teilgenommen hat.
Im Jahr 2003 wollte sie ihre kreative Ader mit der Leidenschaft für das Theater kombinieren und meldete sich bei der „landsberger bühne“. „Ich dachte mir, dass dies eine tolle Idee ist, weil viele meiner Freunde dabei waren und ich mich dort in mehreren Bereichen einbringen konnte“, sagt Schorer.
So hat sie zunächst bei dem Stück „Vom Fischer und seiner Frau“ die Requisiten und einige Kostüme entworfen, von der Angel über Regenmäntel bis hin zur Papstkrone, und war ein Jahr darauf bei „Dinner for One“ mit dem Ensemble auf der Bühne zu sehen. Später übernahm sie als Julika Jenkins eine der Hauptrollen in dem Stück „Top Dogs“. „Obwohl mich das Schauspiel nach wie vor reizt, habe ich großes Lampenfieber – deswegen fühle ich mich hinter den Kulissen am wohlsten“, sagt Schorer. Also entwarf sie wieder Gewänder und Requisiten, unter anderem die sprechenden Puppenköpfe im „Habnit“ (2007) sowie die Kostüme im Stile von Tausendundeiner Nacht für das Stück „Der Rabe“ (2008). Nach „Cash“, das Anfang des Jahres zu sehen war, ist Christina Schorer bei „Drei Mal Leben“ nun auch zum zweiten Mal für die Kulisse verantwortlich. „Es war relativ einfach, die Handlung mit dem Bühnenbild zu untermalen, weil vieles durch das Buch der Autorin Yasmina Reza vorgegeben ist “, sagt Schorer. Nach ersten Skizzen und Gesprächen mit den Regisseuren Claudia Dlugosch und Diedke Lichtenstern habe sie sich entschieden, eine spartanische Loft-Atmosphäre zu erzeugen und den Raum durch ein überdimensionales Regal zu „entfremden“, weil das Stück in erster Linie vom Text lebe.
Die Grundtöne sind in Weiß gehalten, um mit Lichtspielen die jeweilige Grundstimmung besser verstärken zu können: In dem Stück wird nämlich drei Mal die gleiche Handlung gezeigt, wobei sich lediglich Kleinigkeiten im Umgang mit der Situation durch die Protagonisten ändern. Um alles so authentisch wie möglich zu entwerfen, habe Schorer versucht, sich mit Hilfe von alten Filmen und Büchern in die Zeit zu versetzen, in der die Handlung spielt. „Den Besucher erwartet auf jeden Fall ein spannender und lustiger Abend voll schwarzem Humor und Ironie“, so Schorer.
Info Premiere des Stücks „Drei Mal Leben“ ist am Freitag, 13. Januar, im Landsberger Stadttheater. Weitere Aufführungen finden am Samstag, 14. Januar, am Donnerstag, Freitag und Samstag, 19., 20. und 21. Januar, sowie am Freitag und Samstag, 27. und 28. Januar, jeweils um 20 Uhr im Stadttheater statt. Karten gibt es im Vorverkauf im Reisebüro Vivell am Hauptplatz und im Kartenbüro des Stadttheaters. Telefonische Reservierungen sind unter 08191/917412 begin_of_the_skype_highlighting 08191/917412 end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting 08191/917412 end_of_the_skype_highlighting